Peter Reiter
Bild © hr, Ben Knabe

Eigentlich wollte Peter Reiter Orchestermusiker werden, seine Mutter hätte ihn noch lieber an der Kirchenorgel gesehen. Wie er trotzdem zur hr-Bigband kam, erzählt der Opernfan im Interview.

Interview: "Von der Kirchenorgel zum Jazzpiano"

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Steckbrief

Jahrgang 1959, geboren in Rastatt, lebt in der Nähe von Darmstadt.

Fagott-Studium in Stuttgart, Klavier-Studium in Köln.

Mitglied der hr-Bigband seit 1999

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Frage: Wie sind Sie zur Musik gekommen?
Reiter: Meine Mutter wollte, dass ich in der Kirche Orgel spiele. Mit sechs Jahren habe ich dann Klavierunterricht bekommen. Und als ich zwölf Jahre alt war, spielte ich tatsächlich jeden Sonntag die Orgel.

Frage: Und wie kommt man von der Kirchenorgel zum Jazzpiano?
Reiter: Durch die Schallplatten von meinem Bruder entdeckte ich schon früh meine Liebe zum Jazz. Ich erinnere mich noch gut an eine Aufnahme von Oscar Peterson und Clarke Terry. Nach der Mittleren Reife studierte ich an der Musikhochschule Stuttgart Fagott, weil ich ursprünglich Orchestermusiker werden wollte. Da ich mich allerdings im Alter von 21 Jahren noch nicht entgültig festlegen wollte, ging ich nach Köln und studierte dort Jazzklavier bei Francis Coppieters. Seit 1996 spielte ich in der hr-Bigband immer wieder als Aushilfe und bin seit 1999 festes Mitglied.

Wer sind Ihre musikalischen Vorbilder?
Reiter: Im Jazzbereich ist es der Saxophonist Sonny Rollins, in der Klassik der Komponist Richard Strauss. Strauss halte ich für den talentiertesten Musiker des 20. Jahrhunderts. Er ist ein richtiger "Harmoniefuchs". Ich liebe vor allem seine Opern, aber auch seine "Sinfonischen Dichtungen". Ich bin sowieso ein richtiger Opernfan.

Frage: Was ist Jazz für Sie?
Reiter: Jazz ist die Sprache, in der ich mich am besten ausdrücken kann.

Frage: Welche war Ihre erste Schallplatte?
Reiter: Die erste Platte, die ich mir selbst gekauft habe, war "Spectrum" von Billy Cobham aus dem Jahr 1972.

Frage: Wo sind Sie, wenn Sie nicht arbeiten?
Reiter: Zuhause, in der Natur. Ich gehe gerne spazieren, dabei kann es auch vorkommen, dass ich auf dem Weg Äpfel oder Nüsse sammle. Außerdem fahre ich sehr gern Rad.

Frage: Welche Musik hören Sie privat gerne?
Reiter: Lieber Klassik als Jazz. Jazz möchte ich live erleben.

Frage: Wann bekommen Sie eine "Gänsehaut"?
Reiter: Beim "Tanz der sieben Schleier", einer Instrumentalmusik aus der Oper "Salome" von Richard Strauss.

Frage: Ihr Tag war erfolgreich, wenn...
Reiter: ... ich abends gut einschlafen kann.

Interview: Isabel Schad