Tony Lakatos
Bild © Ben Knabe, hr

"Eigentlich war von Anfang an klar, dass ich Musiker werden würde", sagt Tony Lakatos. Das nennt man dann wohl: Etwas mit der Muttermilch einsaugen. Der international bekannte Saxofonist stammt aus einer ungarischen Musiker-Dynastie.

Interview: "Jazzer aus Leidenschaft"

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Steckbrief

1958 in Budapest geboren, ging Tony Lakatos nach Beendigung seines Studiums nach Deutschland. Nach mehreren Aufenthalten in den USA lebt er heute in Gravenbruch.

Studium an der Bela Bartok Musikhochschule in Budapest.

Spielt(e) unter anderem mit: Jasper Van't Hoff, Kirk Lightsey, Al Foster, George Mraz, Billy Hart, Joanne Brackeen, Cecil Mc Bee, Woody Shaw, Anthony Jackson, Terry Lynn-Carrington, Randy Brecker, Chuck Loeb, Kenny Wheeler usw.

Diskographie: über 300 CDs, LPs! Die aktuelle CD: Gypsy Colours (Skip Records)

In der hr-Bigband spielt er seit 1993 Tenorsaxofon, Sopransaxofon und Flöte.

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Frage: Wie sind Sie zur Musik gekommen?
Lakatos: Ich stamme aus einer Musikerfamilie, das heißt, meine Eltern waren auch schon Berufsmusiker. Mit sechs Jahren habe ich mit Geige angefangen und mit 16 Jahren dann Saxofon.

Frage: Wie sieht Ihr musikalischer Werdegang aus?
Lakatos: Eigentlich war von Anfang an klar, dass ich Musiker werden würde, so wie meine Eltern. Also habe ich nach der Schule am Béla Bartók-Konservatorium in Budapest Saxofon studiert. Ich war bis zu meiner Tätigkeit im hr freiberuflicher Jazzmusiker und habe bis heute bei über 300 CDs mitgewirkt.

Frage: Wer sind Ihre musikalische Vorbilder?
Lakatos: Fast alle namhaften Jazzmusiker, nicht nur Saxofonisten.

Frage: Was machen Sie gerne, wenn Sie nicht arbeiten?
Lakatos: Ich arbeite immer! (lacht) Ich habe meine eigene Band, das "Tony Lakatos Quintett", mit dem wir einmal im Monat im Jazzkeller in Frankfurt auftreten. Dort spielen noch andere Bigband-Musiker mit: Axel Schlosser, Thomas Heidepriem und Jean Paul Höchstädter. Ich spiele aber nicht nur, sondern schreibe auch selbst Stücke und habe noch viele andere Projekte mit verschiedenen Musikern aus der ganzen Welt. Außerdem habe ich einen Plattenvertrag beim Label "Skip Records", dort ist gerade meine dritte CD in Planung. Insgesamt habe ich aber schon zwölf CDs unter meinem Namen veröffentlicht.

Frage: Welche Musik hören Sie privat gerne?
Lakatos: Ich würde sagen: 90 Prozent Jazz, zehn Prozent Klassik. Manchmal auch gute Popmusik - leider gibt es davon aber immer weniger.

Frage: Wann bekommen Sie eine "Gänsehaut"?
Lakatos: Wenn es kalt wird. (lacht) Nein, im Ernst, da muss schon einiges passieren...

Frage: Ihr Tag war erfolgreich, wenn ...
Lakatos: ... ich ein gutes Konzert gespielt habe mit guten Musikern vor einem guten Publikum.

(Interview: Isabel Schad)