Konzert Django Bates & hr-Bigband - Celebrating Charlie Parker

51. Deutsches Jazzfestival Frankfurt
Drei Männer an einem Tisch mit einer Gipsbüste in einem Industrie-Loft
  • Django Bates | Piano und Leitung
  • Petter Bruun | Drums
  • Petter Eldh | Bass
  • hr-Bigband
  • Frankfurt am Main
    Alte Oper
    Großer Saal
    Opernplatz 1
    60313 Frankfurt am Main
  • Frankfurt am Main
    Alte Oper
    Opernplatz 1
    60313 Frankfurt am Main

Mit Live-Publikum feiert die hr-Bigband am Mittwoch in der Alten Oper zusammen mit Django Bates den 100. Geburtstag von Charlie Parker, dem genialen Erneuerer und Erfinders des modernen Jazz.

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Der Vorverkauf startet am Donnerstag, 20. August um 10 Uhr.

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"Charlie Parker war ein Held meiner Kindheit", sagt Django Bates und wem würde man diese erstaunliche Aussage ohne Weiteres abnehmen, wenn nicht ihm, dem britischen Ausnahmemusiker, der die europäische Jazzszene seit den 80er Jahren aufmischt und inspiriert? "Während meine Schulfreunde kleine Quasi-Altäre für Sportler wie die Torwartlegende Gordon Banks in ihren Zimmern arrangierten, stand bei mir eine selbst modellierte Plastilin-Figur von Charlie Parker", führt Bates weiter aus. Durchaus denkbar, dass er auf diese Weise schon damals auch seinen Hang zur Exzentrik auslebte. Denn Django Bates tut alles, auf seine ureigene Weise (s.a. den accent grave im Bandnamen).

Ein Kompositionsstudium am Royal College of Music in London brach er nach zwei Wochen ab und eroberte stattdessen neues musikalisches Terrain, indem er für die Loose Tubes komponierte. Diese aus den besten Musikern seiner Generation bestehende Big Band sorgte weltweit für Aufsehen mit ihrer Mischung aus anarchischem Humor, musikalischer Raffinesse und virtuoser Spielfreude. Nach der Auflösung der Loose Tubes entwickelte Django Bates seinen ganz speziellen Kompositions- und Arrangierstil mit seiner eigenen Bigband Delightful Precipice weiter.

"Nobelpreis des Jazz"

Auftragsarbeiten für diverse Orchester folgten ebenso wie höchste internationale Auszeichnungen, 1997 etwa mit dem dänischen Jazzpar-Preis, der bis zu seiner Einstellung 2005 als "Nobelpreis des Jazz" galt. Als Komponist und Instrumentalist, aber auch als Professor in Kopenhagen, London und Bern hat er mittlerweile zwei Generationen von jungen Musikern mit seinen zukunftsweisenden rhythmischen und harmonischen Konzepten beeinflusst und maßgeblich zur künstlerischen Substanz und Eigenständigkeit des europäischen Jazz beigetragen.

Anlässlich seines 40-jährigen Bühnenjubiläums und seines 60. Geburtstags (am 2. Oktober) veröffentlicht Django Bates das Album "Tenacity", zu deutsch etwa Beharrlichkeit oder Zähigkeit. Auf diesem Bigband-Album schlägt Bates neben neuen Kompositionen auch einen Bogen zurück zum Helden seiner Kindheit, Charlie Parker. Dessen Bedeutung brachte Dizzy Gillespie mal sinngemäß so auf den Punkt: "Wenn Jazzmusiker Tantiemen für die melodischen Bausteine ihrer Improvisationen zahlen müssten, gingen die alle an Charlie Parker". Tatsächlich starb der Jahrhundertmusiker verarmt mit nur 34 Jahren - als prominentestes Opfer das damals unter Jazzern grassierenden Drogenkonsums. Zu seinem 100. Geburtstag wird dem genialen Bebop-Pionier vielerorts gehuldigt, aber nur selten großorchestral und noch seltener so kongenial wie von Django Bates. Der jagt die zerklüfteten Tonfolgen Charlie "Yardbird" Parkers in seiner typisch ideensprühenden Manier durch den Bigband-Turbo und schenkt uns eine Wiederbegegnung mit dem Bebopgenie, die sich heute so nervenkitzelnd anfühlt wie für dessen Zeitgenossen.

Übung, Mut und Beharrlichkeit

"Wenn Musik nur auf dem Papier existiert, ist sie nicht mehr als ein Traum. Sie zum Leben zu bringen, ihr echten Klang einzuhauchen, das erfordert Übung, Mut und Beharrlichkeit", schreibt Django Bates über sein neues Album, das er mit der schwedischen Norrbotten Big Band aufgenommen hat. Wirklich und eigentlich zum Leben erweckt wird Musik aber erst vor einem Live-Publikum. Und so freuen wir uns auf dieses Konzert mit der hr-Bigband in der Alten Oper, wo sie zusammen mit Django Bates und seinen beiden Band-Mitgliedern bereits 2016 für Furore sorgte. Damals feierte man das "Sgt. Pepper"-Album der Beatles. 2020 feiern sie Charlie Parker, Django Bates und (hoffentlich) auch die Tatsache, dass ein solches Konzert trotz Pandemie möglich ist.

Wegen der Hygiene-Regeln darf es keine Konzertpause geben. Darum wird das Konzert in zwei einstündigen Sets vor jeweils neuem Publikum gespielt.

Django Bates‘ Belovèd:
Django Bates –
Piano, Komposition, Arrangement, Leitung
Petter Eldh –
Bass
Petter Bruun –
Drums
hr-Bigband

Project initiated by Odd Sneeggen
Norrbottensmusiken / New Directions
Orkesterchef Norrbotten Big Band: Walter Brolund Artistic Director Joakim Milder
Norrbotten Big Band Producer: AÌŠsa Westling